Der Myostatiktest als Kompass:
gezielter ansetzen statt lange suchen

Wie sich im wingwave®-Coaching ein großes Thema Schritt für Schritt auf einen konkreten emotionalen Arbeitspunkt eingrenzen lässt.

Viele sensible und hochsensible Menschen kommen nicht, weil sie zu wenig verstanden haben.

Oft ist das Gegenteil der Fall.

Sie haben reflektiert.
Analysiert.
Zusammenhänge erkannt.
Vielleicht bereits mehrere plausible Erklärungen für ihre Reaktion gefunden.

Und trotzdem bleibt eine entscheidende Frage offen:

Welcher Punkt löst die Stressreaktion tatsächlich aus?

Eine Prüfungsangst kann mit Versagen, Bewertung, Beschämung oder Kontrollverlust verbunden sein.

Hinter der Angst vor einer Operation können die Narkose, mögliche Schmerzen, ein ungewisses Ergebnis, das Gefühl des Ausgeliefertseins oder eine frühere medizinische Erfahrung stehen.

Beim ständigen Ja-Sagen können der Anpasser, der innere Kritiker oder ein Beschützer mitwirken, der Konflikte um jeden Preis vermeiden möchte.

Alles klingt möglich.

Aber nicht alles muss für die heutige Stressreaktion gleich wichtig sein.

Das sichtbare Problem ist der Ausgangspunkt

Das sichtbare Anliegen wird ernst genommen.

Es ist jedoch manchmal nur die Tür zu dem Punkt, an dem die Reaktion tatsächlich anspringt.

Aus:

„Ich habe Angst vor der Operation.“

kann eine präzisere Frage werden:

„Was genau macht meinem System daran am meisten Angst?“

Aus:

„Ich kann nicht Nein sagen.“

wird vielleicht:

„Welche innere Seite übernimmt in dem Moment, in dem ich meine Grenze aussprechen möchte?“

Aus:

„Ich bekomme bei Kritik einen Blackout.“

wird möglicherweise:

„Welcher Blick, Satz oder innere Kritiker löst den entscheidenden Stress aus?“

Diese Präzision ist für meine Arbeitsweise häufig der entscheidende Unterschied.

Was der Myostatiktest ist

Beim Myostatiktest bilden Daumen und Zeigefinger einen stabilen Ring.

Während eine Aussage, ein Bild, eine Person oder ein bestimmter Aspekt einer Situation im Mittelpunkt steht, wird mit einem kurzen, möglichst gleichbleibenden Zug geprüft, ob der Fingerring stabil bleibt oder leichter nachgibt.

Diese Reaktion nutze ich im wingwave®-Coaching als zusätzliches Feedback.

Nicht als Beweis.

Nicht als Entscheidung über richtig oder falsch.

Und nicht als Stimme eines angeblich unfehlbaren Unterbewusstseins.

Der Test kann Hinweise geben:

Bei welchem Gedanken, Bild, Gefühl oder inneren Satz verändert sich die Reaktion?

Das Ergebnis wird anschließend immer gemeinsam eingeordnet und mit Ihrem Erleben abgeglichen.

Strukturiert suchen statt frei zu deuten

Wenn der Ansatzpunkt noch unklar ist, arbeite ich mit einem Aussagenbaum.

Dabei werden mögliche Zusammenhänge schrittweise eingegrenzt.

Zeitliche Einordnung

Geht es vor allem um:

  • eine vergangene Erfahrung,
  • einen heutigen Auslöser,
  • eine bevorstehende Situation,
  • oder eine Verbindung zwischen mehreren Zeiten?

Art der Reaktion

Steht im Vordergrund:

  • ein bestimmtes Gefühl,
  • eine Körperempfindung,
  • ein inneres Bild,
  • ein Satz oder eine Überzeugung,
  • eine Person oder Beziehung,
  • oder eine konkrete Situation?

Beteiligte innere Seite

Übernimmt gerade eher:

  • der Kritiker,
  • der Antreiber,
  • der Anpasser,
  • der Rückzieher,
  • der Kontrolleur,
  • der Beschützer,
  • oder eine verletzliche Seite?

Benötigte Ressource

Was würde im entscheidenden Moment helfen?

  • Sicherheit,
  • Halt,
  • Selbstvertrauen,
  • Abgrenzung,
  • Unterstützung,
  • Wahlmöglichkeit,
  • Ruhe,
  • oder die innere Erlaubnis, anders zu handeln?

So entsteht ein geordneter Suchweg.

Nicht beliebig.
Nicht als Deutung von außen.
Sondern Hypothese für Hypothese – immer im Abgleich mit Ihrem eigenen Erleben.

Beispiel 1: Eine Erfahrung wirkt weiter

Jemand erlebt bei einer Kontrolluntersuchung starken Stress.

Der naheliegende Auslöser scheint die Untersuchung selbst zu sein.

Bei der genaueren Eingrenzung zeigt sich möglicherweise, dass vor allem der Moment des Wartens belastet. Oder das Gefühl, von einer Entscheidung anderer abhängig zu sein. Vielleicht wird dabei eine frühere Erfahrung von Hilflosigkeit berührt.

Der Myostatiktest beweist nicht, woher diese Reaktion kommt.

Er kann aber helfen, den heute wirksamen Aspekt genauer zu fokussieren.

Beispiel 2: Eine bevorstehende Operation

Die Aussage lautet zunächst:

„Ich habe Angst vor der Operation.“

Dann wird differenziert:

Geht es um die Narkose?
Um Schmerzen?
Um Kontrollverlust?
Um das Ergebnis?
Um Abhängigkeit von anderen?
Oder um eine frühere medizinische Situation?

Eine reale medizinische Gefahr kann und darf der Myostatiktest nicht beurteilen.

Er kann ausschließlich dabei helfen, die persönliche emotionale Stressreaktion genauer zu verstehen und einen möglichen Arbeitspunkt einzugrenzen.

Beispiel 3: Ein altes Verhaltensmuster übernimmt

Eine Person weiß, dass sie eine Grenze setzen muss. Im entscheidenden Gespräch stimmt sie trotzdem wieder zu.

Bei der Eingrenzung kann sichtbar werden:

Der Anpasser möchte einen Konflikt verhindern.
Der innere Kritiker warnt davor, egoistisch zu wirken.
Oder ein Beschützer befürchtet Ablehnung und den Verlust von Zugehörigkeit.

Dann lautet der Arbeitspunkt nicht allgemein:

„Ich muss selbstbewusster werden.“

Sondern vielleicht:

„Ich darf eine Grenze setzen, auch wenn mein Gegenüber enttäuscht reagiert.“

Das macht eine gezieltere emotionale Bearbeitung möglich.

Was der Myostatiktest nicht kann

Der Myostatiktest:

  • stellt keine Diagnose,
  • beweist keine verdrängte Erinnerung,
  • rekonstruiert keine historische Wahrheit,
  • beurteilt keine medizinischen Risiken,
  • sagt nicht voraus, was in der Zukunft geschehen wird,
  • und trifft keine Entscheidung an Ihrer Stelle.

Auch Coaching oder Therapie werden dadurch nicht zu einem technisch messbaren Vorgang.

Der Test bleibt ein ergänzender Kompass innerhalb eines gemeinsamen Prozesses.

Wenn seine Anwendung nicht stimmig ist, keine klare Orientierung ergibt oder Sie ihn nicht nutzen möchten, arbeiten wir ohne ihn weiter.

Finden allein verändert noch nichts

Der Myostatiktest kann helfen, den Arbeitspunkt genauer einzugrenzen.

Doch ein gefundener Stresspunkt ist noch keine verarbeitete Stressreaktion.

Entscheidend ist, was anschließend damit geschieht:

Kann das Thema im Coaching bearbeitet werden?
Braucht es zunächst Stabilisierung und Ressourcen?
Ist ein therapeutischer Rahmen erforderlich?
Oder wäre ein anderer nächster Schritt verantwortungsvoller?

Der Myostatiktest dient als Kompass.
Die bilaterale Stimulation unterstützt die Verarbeitung.
Der traumasensible Weg sorgt für den passenden Rahmen.

Weiterlesen: Wie der gefundene Stresspunkt bearbeitet werden kann

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Hinweis

Coaching ist keine Heilbehandlung und kein Heilversprechen.

Traumasensibles Kurzzeit-Coaching ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.

wingwave® ist eine durch 20 Studien wissenschaftlich untersuchte Coachingmethode. EMDR ist für die Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen bei Erwachsenen wissenschaftlich anerkannt und wird von mir ausschließlich im therapeutischen Rahmen eingesetzt.

Termine nur nach Vereinbarung. Dies ist keine Notfallpraxis.

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© 2026 · Traumasensibles Kurzzeit-Coaching für hochsensible Menschen
– Reinhard Persdorf, wingwave®-Emotionscoach & EMDR-Traumatherapeut