FAQ – Traumasensibles Coaching & Psychotherapie (HSP)
Überblick für feinfühlige Menschen in Krisen- und Genesungsphasen – sachlich, ruhig, ohne Heilsversprechen.
1) Für wen ist dieser Ansatz gedacht?
Gedacht für Menschen, die innere Tiefe und feine Wahrnehmungen mitbringen – oft verbunden mit Erschöpfung, Reizüberflutung oder biografischen Belastungen. Häufige Anlässe sind gesundheitliche Einschnitte, Trennung und Verlust, Sinnkrisen oder anhaltende Zweifel. Nicht allein die Sensibilität steht im Vordergrund, sondern die Art, wie Nervensystem, Biografie und aktuelle Lebensanforderungen zusammenspielen.
2) Warum geraten feinfühlige Menschen leichter in Krisen?
Überanpassung, anhaltende Überforderung und Perfektionismus führen über Zeit zu Erschöpfung. Nach außen wirkt vieles stabil, innerlich zeigt sich Druck, Müdigkeit oder Sinnverlust. Mit passender Begleitung lässt sich Stabilität oft wieder aufbauen – ohne Tempozwang, in überschaubaren Schritten.
3) Coaching, Therapie – oder beides?
Beides ist möglich. Je nach Anliegen wird entweder traumasensibles Coaching angeboten (Neuorientierung, Ressourcenaufbau, Selbstregulation) oder – im Rahmen der heilkundlichen Zulassung – Psychotherapie (z. B. EMDR) bei tiefen, anhaltenden Belastungen. Die Einordnung erfolgt im Vorgespräch. Traumasensibles Coaching ersetzt keine notwendige medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.
4) Wie wird mit Zögern und Vorsicht umgegangen?
Vorsicht gilt als Ressource. Der Einstieg erfolgt transparent und druckfrei. Ein kurzes Kennenlernen klärt Erwartungen, Grenzen und Sicherheit. Vertrauen darf wachsen – es wird nicht eingefordert.
5) Ist Coaching zu intensiv, wenn Instabilität vorhanden ist?
Die Arbeit beginnt mit Stabilisierung, nicht mit Veränderungsdruck. Typische Elemente: sichere Gesprächsführung, körperbasierte Regulation, klare Struktur ohne Überforderung. Das Tempo ergibt sich aus der momentanen Belastbarkeit, nicht aus externen Plänen.
6) Was bedeutet „traumasensibel“ konkret?
Traumasensibel heißt: Arbeiten mit Achtsamkeit für das Nervensystem, für Trigger und Grenzen. Es wird nicht primär auf Zieloptimierung oder Performance geschaut, sondern auf Regulation, Integration und stimmige Ausrichtung. Neben Sprache werden innere Bilder, Körperresonanz und biografische Prägungen berücksichtigt.
7) „Im Alltag funktioniert alles – innerlich stimmt etwas nicht.“ Reicht das als Anlass?
Ja, innere Dissonanz ist ein legitimer Anlass für Orientierung und Stabilisierung. In vielen Fällen genügt Coaching; bei ausgeprägter Symptomatik wird ggf. therapeutisch gearbeitet oder an die bestehende Behandlung angebunden.
8) Wie kann eine Sitzung ablaufen?
- EMDR-orientierte Verarbeitung oder wingwave®-Elemente
- Arbeit mit inneren Bildern und Symbolen
- imaginative Ressourcenübungen
- körperorientierte Selbstregulation und Mikro-Pausen
- strukturierende Reflexion (Alltag, Grenzen, Erholung)
Hinweis: Verfahren wie EMDR und wingwave® sind untersucht, jedoch nicht universell anerkannt; Wirkung wird individuell erfahren. Es werden keine Wirkgarantien gegeben.
9) Parallel zu einer laufenden Therapie – geht das?
Ja, wenn es fachlich sinnvoll ist und in Abstimmung mit der behandelnden Person. Traumasensibles Coaching kann Ressourcenarbeit, Selbstregulation und Integration ergänzen. Abgrenzung und Rollen bleiben klar.
10) Vorliegende medizinische Diagnosen – sinnvoll oder kontraindiziert?
Das Angebot stellt keine medizinische Behandlung dar. Es unterstützt innere Stabilisierung, Selbstwirksamkeit und Orientierung. Bei unsicherer Indikation wird gemeinsam geklärt, welche Form der Unterstützung angemessen ist und ob Rücksprache mit Ärzt:innen oder Therapeut:innen erforderlich ist.
11) Ist das esoterisch?
Nein. Bewusstseinsoffen – ja; dogmenfrei, bodenständig und ohne Heilsversprechen – ebenso. Modelle dienen der Orientierung, nicht der Vereinnahmung.
12) Was kostet es?
- Kennenlernen (ca. 15 Min., online): kostenfrei
- Orientierungssession (75 Min.): kostenpflichtig
- Weiteres Vorgehen: ohne Abos, ohne Vorauszahlungen
Erfahrungsgemäß zeigt sich innerhalb von zwei Sitzungen, ob Format, Tiefe und Tempo stimmig sind.
13) Wie wird Sicherheit gewährleistet?
- klarer Rahmen, transparente Absprachen
- sorgfältige Indikationsstellung und Grenzen des Settings
- Fokus auf Stabilisierung und Selbstregulation vor Vertiefung
- Zusammenarbeit mit Behandler:innen, falls vorhanden
Wichtig: Akute Krisen (z. B. Suizidalität, Entzug, psychotische Episoden) gehören in ärztliche bzw. klinische Behandlung. In Notfällen gilt der regionale Krisen- und Rettungsdienst.
14) Welche Themen treten häufig auf – und wie wird damit gearbeitet?
Häufig zeigen sich Muster wie Überverantwortung, Perfektionismus, Konfliktvermeidung, Angst vor Ablehnung oder das Herunterspielen eigener Bedürfnisse. Diese Muster werden behutsam erkannt, kontextualisiert (Biografie, Rollen, Prägungen) und über Ressourcenarbeit, Reimprinting-Elemente, Grenzarbeit und körpernahe Regulation schrittweise verändert – mit realistischen Erwartungen, ohne Druck.
15) Spezifische Kontexte
Eltern: Präsenz, Geduld und Selbstregulation im Familienalltag; transgenerationale Prägungen werden achtsam einbezogen.
Lehrkräfte & pädagogische Fachkräfte: Balance zwischen Empathie, Grenzen und Erholungsfenstern; sensible Klassensituationen strukturieren.
Führung & Verantwortungsträger: Entscheiden aus innerer Ruhe, klares Rollensetting, Umgang mit Perfektionsdruck und Reizdichte in Teams.
16) Haltung und Sprache
Sprache bleibt wertschätzend, sachlich und klar. Sensibilität wird nicht pathologisiert, sondern als Ressource verstanden – inklusive ihrer Herausforderungen. Es wird nichts versprochen, was nicht verantwortet werden kann.
Rechtlicher Hinweis
Traumasensibles Coaching & Psychotherapie ist ein Beratungs- und Behandlungsangebot im jeweiligen Rahmen. Es ersetzt keine notwendige medizinische Versorgung. Bei heilkundlicher Indikation erfolgt die Arbeit im Rahmen der entsprechenden Zulassung.


